Land NRW fördert Machbarkeitsstudie für „Power-to-Gas-Anlage“ an der Biogasaufbereitungsanlage der kreiseigenen GFC

Am Freitag (07.08.2020) wurde der Zuwendungsbescheid durch Staatssekretär Dammermann feierlich an den Landrat des Kreises Coesfeld Herrn Dr. Christian Schulze Pellengahr als Aufsichtsratsvorsitzender der GFC (Gesellschaft des Kreises Coesfeld zur Förderung regenerativer Energien mbH) übergeben. Durch die Förderung können 50 % ihrer Ausgaben von ca. 60.000 € im Projekt gedeckt werden.

Staatssekretär Christoph Dammermann (r.) überreicht Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (m.) in Anwesenheit von GFC-Geschäftsführer Stefan Bölte den Zuwendungsbescheid. (Foto: Madeleine Brüning)

Staatssekretär Christoph Dammermann (Foto: Madeleine Brüning)

Bei dem Termin an der Biogasaufbereitungsanlage Coesfeld waren auch weitere Vertreter der Politik zugegen, die sich mit großem Interesse bereits seit der Antragstellung im Aufsichtsrat der GFC aber auch im Unterausschuss Klimaschutz des Kreistages beteiligt hatten. Insbesondere der Landtagsabgeordnete Hennig Höne und Dr. Thomas Wenning als Vorsitzender des Umweltausschusses hatten sich neben Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr für das Projekt stark gemacht. Entsprechend groß sind die Erwartungen, die mit dem Projekt verbunden sind. „Wir gehen davon aus, dass dieses Projekt einen wesentlichen Beitrag für die Zukunft der Energiewende im Kreis Coesfeld leisten wird,“ so Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Die Inbetriebnahme der Biogasaufbereitungsanlage am Standort der ehemaligen Siedlungsabfalldeponie Coesfeld-Höven im Jahr 2014 ist eines von mehreren Leuchtturmprojekten, die der Kreis Coesfeld und seine Tochtergesellschaft, die GFC im Rahmen seiner Klimaschutzaktivitäten realisiert haben. Im weiteren Schritt mit drei Projektpartnern will die GFC im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Realisierung einer sogenannten Power-to-Gas Anlage prüfen. Unterstützt wird das ambitionierte Vorhaben vom Land NRW.

Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft, denn bei der Verbrennung von Wasserstoff entstehen - anders als bei Kohle oder Öl - keine Abgase. Dies macht Wasserstoff zu einem idealen Ersatz für fossile Energieträger.

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung im Januar die „Nationale Wasserstoffstrategie“ vorgelegt, in der die Bedeutung von Wasserstoff für die Energiewende hervorgehoben wird. Hierbei steht vor allem der Einsatz von CO2-freiem „grünem“ Wasserstoff im Mittelpunkt, der auf Basis von erneuerbaren Energien hergestellt wird. Bis 2030 sollen 20 Prozent des in Deutschland verbrauchten Wasserstoffes aus nachhaltigen Quellen wie Wind- und Solarkraft stammen.

Der vermehrte Ausbau der erneuerbaren Energien durch Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen sorgt an wind- und sonnenreichen Tagen zunehmend für überschüssigen Strom im deutschen Stromnetz. An dieser Stelle setzt die von der GFC geplante Studie an: Als Betreiber der Biogasaufbereitungsanlage in Coesfeld beabsichtigt die GFC, regenerativen Überschussstrom von regionalen Erzeugern zur Produktion von grünem Wasserstoff zu nutzen, der zusätzlich zum Biogas in den „Langzeitspeicher Erdgasnetz“ eingespeist werden kann. Energie der Zukunft „Made in – Kreis Coesfeld“.

„Die Voraussetzungen für die Erzeugung von „grünem Wasserstoff“ am Standort der ehemaligen Deponie sind ideal“, erklärt Stefan Bölte Geschäftsführer der GFC: „Zum einen befindet sich dort aufgrund der Biogasaufbereitungsanlage ein Einspeisepunkt für den Wasserstoff“. Zum anderen wird in Zukunft eine Photovoltaikanlage auf der Deponie, den für den Prozess benötigten Strom liefern. Somit sind die technischen Voraussetzungen am Standort bereits zum größten Teil gegeben“ so Stefan Bölte weiter.

Eine Konzeptstudie hatte bereits im vergangenen Jahr ein großes Potential für eine solche Erweiterung aufgezeigt, so dass sich die GFC frühzeitig entschieden hat, die Umsetzung an der Biogasaufbereitungsanlage (BGAA) weiter voranzutreiben.

„Der Kreis Coesfeld ist als Standort für ein solches Pilotprojekt sehr gut geeignet. Durch die Erweiterung einer bereits bestehenden Anlage kann der Wasserstoff dort gespeichert werden, wo er produziert wird oder direkt ins Netz eingespeist werden. Die einzelnen Teile der Wertschöpfungskette liegen hier besonders nah beieinander“, unterstützt auch Christoph Dammermann, Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums, das Forschungsvorhaben.

In der jetzt bewilligten Machbarkeitsstudie sollen die entsprechenden Anlagen konzeptioniert werden, verbunden mit einer aussagekräftigen Wirtschaftlichkeitsberechnung.

An dem Forschungsvorhaben sind mehrere Projektpartner beteiligt, darunter microbEnergy als Tochtergesellschaft der Firma Viessmann, die bmp greengas als größter deutscher Händler für „grünes Gas“ und das Ingenieurbüro Berg & Partner aus Aachen.

Bereits Ende des Jahres soll die Grundlagenermittlung soweit abgeschlossen sein, dass feststehen könnte, ob eine Power-to-Gas Anlage am Standort in Coesfeld realisierbar ist. Darüber hinaus soll die im Forschungsprojekt verifizierte Technik so ausgelegt werden, dass sie das Potential hat an den vielen bereits bestehenden Biogasanlagen integriert zu werden. Dies hätte gerade bei Photovoltaikanlagen, die aufgrund ihrer Laufzeit keine EEG-Vergütung mehr bekommen, zur Folge, dass ein wirtschaftlicher Betrieb weiterhin möglich ist und der Rückbau voll funktionsfähiger Anlagen vermieden werden kann.

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