Biogasaufbereitungsanlage Coesfeld-Höven

Anlagensteckbrief

Biogasaufbereitungsanlage Coesfeld-Höven - Daten
Standort:Deponie für Siedlungsabfälle Coesfeld-Höven, Gemeindegebiet Rosendahl
Bauzeit:August 2012 - November 2013
Ausführende Firmen: Fa. Schwelm, Schwelm: Anlagentechnik, Speicher
Fa. Lüllmann, Münster: Tief- und Rohrleitungsbau
Investitionssumme:2.800.000 €
Bauherr / Betreiber:Gesellschaft des Kreises Coesfeld zur Förderung regenerativer Energien mbH (GFC)
Ausgangsmasse:ca. 37.000 Tonnen Bioabfälle aus dem Kreis Coesfeld
Rohgasmenge:600 N/h
max. Einspeisemenge:350 N/h Biomethan (Biogas)
Gasspeicher:7.000
Biogasenergieausbeute:17.000.000 – 29.000.000 kWh
CO²-Einsparung:5.000.000 kg = 5.000 Tonnen pro Ja

TV-Bericht über die Biogaserzeugung

Einen TV-Bericht in RTL-WEST Nachrichten aus NRW vom 10.08.2015 über die Biogaserzeugung aus Bioabfällen im Kreis Coesfeld finden Sie hier.

Bilder / Fotos

Bilder bzw. Fotos der Biogasaufbereitungsanlage finden Sie in unseren Fotoalben.

Die Idee

Um die bisherige stoffliche Verwertung der rund 45.000 t Bio- und Grünabfälle im Kreis Coesfeld weiter zu optimieren, wurde nach umfangreichen Prüfungen beschlossen, der derzeitigen Kompostierung eine Bioabfallvergärung vorzuschalten, um das gewonnene Biogas nach einer entsprechenden Aufbereitung und Einspeisung ins Erdgasnetz vollständig energetisch nutzen zu können. Fossiles Erdgas wird 1:1 ersetzt, damit können neben einem erheblichen Beitrag zum Klimaschutz auch niedrigere Bioabfallgebühren durch die energetische Bioabfallnutzung für die Bürger realisiert werden.

Die Umsetzung

Die Biogasanlage der Fa. RETERRA wurde auf dem Gelände des Kompostwerks errichtet. Als Verfahren kommt die so genannte Trockenvergärung (TS-Gehalt > 25%) zum Einsatz und wird als Pfropfenstromverfahren bezeichnet, da das eingetragene Gärgut (Bioabfall) in Form eines „Pfropfens“ durch den Fermenter geführt wird. Ein Rührwerk dient dabei zur Stromführung und zum Austrag des gebildeten Biogases aus dem Gärmaterial.

Der Gärest wird anschließend kompostiert. Dazu wurde gleichzeitig mit der Errichtung der Fermenter das gesamte Kompostwerk als moderne Tunnelkompostierung neu aufgebaut. Die Fa. Reterra hat an diesem Standort ca. 12 Mio. Euro investiert.

Das in einer Menge von bis zu 600 /h erzeugte Biogas wird über eine Gasleitung (ca. 800 m) zur Biogasaufbereitungsanlage (BGAA) der GFC gleitet, welche sich in unmittelbarer Nähe zu dem Blockheizkraftwerk und der Sickerwasserbehandlungsanlage der Deponie Coesfeld-Höven befindet. Biogas enthält als Rohgasgemisch etwa 50 – 65 VOL.-% Methan und 35 – 50 VOL.-% Kohlendioxid. Zusätzlich sind geringe Anteile bzw. Spuren von Schwefelwasserstoff, Wasserdampf, Ammoniak sowie Stickstoff und Sauerstoff vorhanden. Für eine Einspeisung in das öffentliche Erdgasnetz ist ausschließlich das Methan geeignet. Daher müssen die anderen Bestandteile vorher abgeschieden werden. Hier wird die GFC aktiv. In der BGAA wird das Biogas auf eine Qualität gereinigt, die im Hinblick auf den Energiegehalt und den brenntechnischen Eigenschaften, von fossilem Erdgas nicht zu unterscheiden ist. Der Methangehalt wird dabei auf Volumenanteile von ca. 96 – 98 VOL.-% angereichert.

Um den Aufbereitungsprozess möglichst kontinuierlich ablaufen zu lassen, hat die GFC einen Biogasspeicher mit einem Speichervolumen von 7.000 m3 errichten lassen. Dieser gewährleistet eine gleichmäßige Beschickung der Anlage und speichert das ankommende Biogas bei Wartungsarbeiten. Zusätzlich stehen noch zwei Blockheizkraftwerke für die Verstromung des Biogases zur Verfügung. Auch für die Sicherheit ist gesorgt. Bei außerplanmäßigen Betriebszuständen sorgt eine Notfackel für die schadlose Vernichtung des Biogases. Für die BGAA hat der Kreis Coesfeld über die GFC 2,8 Mio. Euro investiert.

Die Nutzung des Bioabfalls als erneuerbare Energie zur Strom- und Wärmegewinnung dient dem Klimaschutz und spart jährlich etwa 5.000 Tonnen CO2 ein. Mit der Biogasenergieausbeute von 17.000.000 – 23.000.000 kWh können bis zu 1400 Standardhaushalte mit Wärmeenergie versorgt werden.

ERGEBNIS

Der Kreis Coesfeld nimmt seine Vorbildfunktion wahr und leistet einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig nimmt er - in Bezug auf die Gasaufbereitung und Einspeisung von aus Bioabfällen erzeugtem Biogas in das Erdgasnetz - eine Vorreiterrolle ein.
Die Realisierung dieses Projektes ist zudem das Ergebnis einer erfolgreichen Kooperation des Kreises Coesfeld als Kommune mit den privaten Unternehmen RETERRA, REMONDIS und Thyssengas. Das Projekt ist ein Musterbeispiel für kommunalen Klimaschutz und gleichzeitig Beitrag zur Energiewende.

Prozessschritte: 

  • Vor dem eigentlichen Aufbereitungsprozess und der Zuleitung in den Speicher erfolgt eine Feinentschwefelung des Gasgemisches über ein Aktivkohleverfahren, da Schwefel im Prozess zu Problemen führen kann.
  • Speicherung des Rohbiogases, z.B. bei Wartungsarbeiten, in einem Gasspeicher mit einer Größe von 7.000 auf dem Betriebsgelände der BGAA Coesfeld-Höven.
  • Vom Gasspeicher erfolgt die möglichst gleichmäßige Beschickung der eigentlichen Aufbereitungsanlage.
  • Mittels einer physikalischen Wäsche und dem Einsatz einer Waschlösung werden die nicht nutzbaren Gasbestandteile, wie z. B. Kohlendioxid, abgeschieden.
  • Entzug der Restfeuchte des Biomethans vor der Einspeisung (Trocknung).
  • Verstromung des Rohbiogases über das BHKW, soweit die Biogasaufbereitungsanlage nicht zur Verfügung steht.
  • Vernichtung des Rohbiogases über eine Notgasfackel nur in außerplanmäßigen Betriebszuständen.

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